41 Jahre Ötscherland

Freitag, 10. November 2006 Budenabend: Genau 41 Jahre sind seid der Gründung unserer Ötscherland vergangen; eine lange Zeit in der viele Personen unsere Verbindung begleitet und geprägt haben. Viel Geschichte wurden geschrieben und es gibt viele Geschichten zu erzählen. Eine zentrale Episode unserer Historie die für jeden unserer Bundesbrüder von Interesse ist, ist wie unsere Studentenverbindung zu ihrem Sitz – liebevoll ‚Bude’ genannt – in der Abt Berthold Dietmayr-Gasse 3 gekommen ist.

Um die Erinnerungen und persönlichen Eindrücke der handelnden Personen den Nebeln der Vergessenheit zu entreißen, war im Herbst 2004 ein Gesprächsabend abgehalten worden. Zahlreiche Personen, die in den Prozess der ‚Budenfindung’ und die anschließenden Renovierungsarbeiten miteingebunden waren, zermarterten sich die Köpfe und ließen den gemeinsamen Geist der damaligen Zeit wiedererstehen. In digitaler Form festgehalten wurde das Gespräch (ca. drei Stunden) vom damaligen Senior Bbr. Daniel Muhm; auf Papier übertragen hat das ganze dann der damalige Philisterschriftführer und heutige Philistersenior Bbr. Tobias Fidesser.

 

‚Willst Du wissen wie wir zu unserer Bude gekommen sind?’; so hieß dann der Vortrag, der im Rahmen des Budenabends 41 Jahre nach dem Gründungsconvent 1965 stattfand, und wechselweise von Bbr. Tobias Fidesser und Bbr. Franz Handl zum Besten gegeben wurde. Als Ergänzung zur Historie lief eine Präsentation mit Bildern aus der 41jährigen Geschichte der Ötscherland (sowohl die Budengeschichte als auch die Präsentation können bei uns angefordert werden). Hier einige Ausschnitte:

Heimat, ein Begriff der sich nicht nur in einem unserer vier Grundprinzipien „Patria“ widerspiegelt. Heimat bedeutet für eine Studentenverbindung auch die Bude, das Vereinslokal wo sich ein Großteil des studentischen Lebens abspielt, dort wo Brauchtum zum Leben erweckt wird. Bude bedeutet für uns die Verankerung in unserem Lebensumfeld – für die Ötscherland ist das die Stadt Scheibbs ... Als erstes Verbindungslokal diente ein Hinterraum beim „Schwarzen Elefanten“ am Rathausplatz. Dort besaß die OLS einen eigenen Raum in Richtung Kegelstatt, wo die ersten FCs abgehalten wurden ... Eine zeitlang (1969/70) hatten wir die Erlaubnis die Räumlichkeiten im heutigen Benefizium mitzubenutzen und für Verbindungsaktivitäten zu gebrauchen. Da andere Vereine gleichfalls das Nutzungsrecht besaßen – v. a. die KJ und die Landjugend – mochte sich das Gefühl UNSERE Bude nie so richtig einstellen ... Anfang der 70er wurde bei der Gemeinde (Bgm. Ing. Derfler) vorgesprochen. In Folge dessen wurde der Verbindung dann der Keller in der Abt-Berthold-Dietmayr Gasse zur weiteren Verwendung überlassen.  

Langzeitfolgen des Heizproblems sind auch heute noch zu beobachten, wenn alte Herren – herrührend von den alten Erinnerungen und den damaligen Ängsten vor der Kälte – gut eingepackt in dicken Pullovern zu Veranstaltungen auf der Bude erscheinen ... Da man sich bei Aufnahme der Arbeiten der baulichen Gegebenheiten der Bude anscheinend nicht 100%ig sicher war und sogar um das eigene Leben bangen musste, wurde sogar eine Höhlenforscherausrüstung  zur Verfügung gestellt ...  Der Name des sogenannten Bummlerstüberls rührt von der Finanzierungsform her ... Da alles was eingeleitet wird auch wieder abgeleitet werden muss und eine Toilette ohne Abfluss ein Murks ist, wurde kurzerhand vom Abort quer durch den Vorraum ein Polokalrohr verlegt, welches in den Schacht vor dem Budeneingang eingeleitet wurde ...

Der Tag danach: Am Nachmittag findet der jährliche Cumulativconvent – die Jahreshauptversammlung eines Vereins – statt. Die Diskussionen sind überraschend schnell abgeschlossen und der Convent kann noch vor der Zeit beendet werden.

Um auch in der Öffentlichkeit zu zeigen was uns wichtig ist und wofür wir einstehen, besucht eine Schar von Bundesbrüdern der Ötscherland die Abendmesse in der Scheibbser Stadtpfarrkirche. Diesmal zwar ohne Chargierte aber dafür werden die Lesung und Fürbitten von Bbr. Günther Peter vorgetragen.

Bei der anschließend am Abend stattfindenden Ötscherlandkneipe – geschlagen vom Jung-Senior Bbr. Lukas Jungwirth – werden Ausschnitte des Protokolls vom Gründungsconvent verlesen. Damals wie heute mit dabei: Ehrenringträger Bbr. Dr. Ernst Kasa und Bbr. RR Walter Zeller. Anschließend wird beim Landesvater der Burscheneid erneuert. Der Philistersenior geht in seiner Rede kurz darauf ein, warum es wichtig ist für einem persönlich zentrale Anliegen auch einzustehen und dass man dies nicht nur allein im stillen Kämmerlein sondern gemeinsam mit seinen Bundesbrüdern machen muss.

Summa summarum kann festgehalten werden, dass es ein gelungenes, gut vorbereitetes Wochenende für die Ötscherland war.

Abschließend noch kurz zum Nachdenken: Auf der Einladung war ein bisschen provokant zu lesen: ‚Schon lange auf keiner Kneipe oder einem Kommers gewesen?’. Schade – mir sind viele eingefallen, die ich schon lange nicht gesehen habe und deren Entfernung zum Kneiplokal nicht allzu groß ist.