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Diavortrag am 7. Dezember 2003 |
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Im Juli 2002 flog unser Philistersenior Blondl über
den großen Teich in den Nordwesten Kanadas, um mit drei weiteren waghalsigen Gesellen eine zweiwöchige
Raftingtour in der Kanadischen Wildnis zu unternehmen. Nach 45-stündiger
Anreise kamen sie in dem alten Goldgräberstädtchen Atlin an, wo sie die
Ausrüstung zusammensuchten und sich mit den notwendigsten Lebensmitteln
eindeckten. Alles Essbare wurde in große Alukisten verstaut, um es
einerseits vor Nässe zu schützen und es andererseits nicht zu verlockend
auf Wildtiere wirkten zu lassen. Danach ging es mit einem kleinem
Buschflieger über Berge und Täler, Wiesen und Wälder, Sümpfe und Mäander,
Flüsse und Seen, Moore und Schluchten zum Ausgangs dem Zoo kennt. Am Flussufer des kleinen Haket - River wurde das erste Lager
aufgeschlagen, besonders wichtig war dabei genügend Abstand zwischen
Nahrungsvorräten und den Schlafzelten zu lassen. Danach hieß es sich mit
Nahrungsvorräten einzudecken und das Boot klar zum Gefecht zu machen. So
wurden die Angeln ausgeworfen und nur wenig später hatten sie zwei
kleinere Lachse (ca. 8 + 5 kg) und drei kapitale Dollywarden (ähnlich
unserer Bachforelle) an Land gezogen. Es gab ein stattliches Festmahl und
der Rest der Fischfilets wurde eingesalzen, um ihn für die nächsten Tage
zu konservieren. In den ersten Nächten gab es sogar Frost, doch bei
Tagestemperaturen um die 25°C würde sich das Fleisch ansonsten nicht
lange halten. Übrigens die Jahresfischerkarte kostet für das ganze
Yukongebiet weniger als eine Tageskarte auf der Erlauf. Das 5 m Boot wurde aufgeblasen und sämtliches Gepäck darauf
verstaut und festgezurrt. Kurz vor dem Ablegen entdecken die Rafter noch
eine beeindruckende Begebenheit. Etwa 70 m abseits des Lagers auf einer
Schotterbank, wo sie die Morgentoilette und den Abwasch tätigten, fanden
sie eine Wolfspur. Diese war über den Fußabdruck von unserem PhilX in
den Sand gesetzt. Dieser lief die meiste Zeit barfuß, deshalb ließ sich
auch eindeutig feststellen, das die Fährte innerhalb der letzten 24
Stunden gesetzt worden war. Die Anwesenheit der fremden Gäste wurde also
sehr wohl registriert. Die Fahrt ging los. Beeindruckend die Ruhe und das
Panorama durch die die Bootsleute gleiten. Die Landschaft spielt alle
Facetten, schneebedeckte Bergesgipfel, steile Felsabbrüche, sanfte Hügel,
dichte Wälder, prärieartige Staudenfluren, saftig grüne Wiesen,
fruchtige Beerenhaine, riesige Schotterbänke, meterhohe
Schwemmholzhaufen, ... Kanadagänse, Bieber, Fischotter, Weißkopfadler,
Elche, Schwarzbären, Grizzlys, .... kreuzen ihren Weg, keine
Menschenseele weit und breit. Völlig im Einklang mit der Natur, ohne Uhr,
ohne selbst gemachtem Stress, ohne den Horrormeldungen aus den Medien
lassen sie die Seele baumeln. Immer wieder machen sie Station und errichten ein Lager, denn
die etwa 300 Flusskilometer, lassen sich nicht an einem Tag bewältigen.
Neben Zeltaufbau und errichten eines Flugdaches gibt es noch einiges zu
tun, Holz gehört gesammelt und gehackt, Wäsche gewaschen, Brot gebacken,
Ausrüstung gewartet, Fische gefangen, gekocht, abgewaschen, ... zum Glück
dauert der Tag im hohen Norden recht lange (finster wird es nur für 3-4
Stunden) und so bleibt noch Zeit, die man für sich ganz alleine hat. Einmal kommt ein halbwüchsiger Grizzly bis auf 30 m an die
Gruppe heran, stellt sich auf die Hinterbeine, um sich einen besseren Überblick
zu verschaffen und verschwindet wieder genauso gemächlich wie er gekommen
war. Auf einigen Etappen ist der Fluss ganz ruhig, auf einigen die
Strömung reißender. Bei den zwei große Stufen mit etwa 4 m Höhenunterschied,
die sie überwinden müssen, werden sie mal so richtig geduscht. Die
Landschaft ändert ständig ihr Bild und sorgt für Abwechslung. Eine
Abwechslung die der Menüplan der 14 Tage etwas vermissen lässt. Morgens
gibt es Müsli und Marmelade und am Abend Fisch in verschiedensten
Variationen. Nach unzähligen Begegnungen mit der Natur, voll mit
wunderbaren Erlebnissen und Eindrücken holt sie die Zivilisation wieder
ein als sie am letzten Tag der Reise auf menschliche Lebewesen treffen.
Mit dem Flieger geht es wieder zurück aus der Wildnis über das
Gletschermeer des kanadischen Küstengebirges in das verschlafene Städtchen
Atlin und von dort schön langsam in den Alltag. |
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